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Balkon Sichtschutz – Tipps zum Wohlfühlbalkon für Mensch und Pflanzen

Paravent als Sichtschutz am Balkon

Wind- und Sichtschutz sind wichtig, um den Balkon zu einem echten Wohlfühlort für Mensch und Pflanze zu machen. Wir geben wertvolle Tipps, wie Sie Ihren Außenbereich optimal vor Wind und neugierigen Blicken schützen können, ohne die Atmosphäre zu stören.

Aus der Hortica Mediathek

Warum Windschutz auch Pflanzenschutz ist

Ein ungeschützter Balkon kann für empfindliche Gewächse zur Herausforderung werden. Ständiger Wind entzieht den Blättern Feuchtigkeit, lässt Substrat schneller austrocknen und kann bei starken Böen zu mechanischen Schäden führen (Windbruch).

Ein effektiver Windschutz sorgt für ein milderes Mikroklima. Die Verdunstung wird reduziert, und die Temperaturen bleiben konstanter. Davon profitieren nicht nur wir Menschen, sondern auch wärmeliebende Kübelpflanzen wie Zitrusbäumchen oder mediterrane Kräuter.

Strukturgebende Lösungen: Von Markisen bis Stoffbahnen

Die Basis eines windgeschützten Balkons bilden oft bauliche oder textile Elemente. Sie sind platzsparend und sofort wirksam.

Flexibler Sichtschutz mit Textilien

Besonders beliebt sind Bespannungen für das Balkongeländer. Sie schirmen den unteren Bereich ab, verhindern Zugluft am Boden (was besonders für Pflanzen in Töpfen wichtig ist, um „kalte Füße“ zu vermeiden) und bieten sofortigen Sichtschutz.

Wer hier auf der Suche nach individuellen Lösungen ist, sollte auf Maßanfertigungen setzen, die exakt zum eigenen Geländer passen.

Der passende Sichtschutz für den Balkon richtet sich nach den Abmessungen des Balkons, der gewünschten Befestigungsart oder dem individuellen Farbkonzept. Anbieter mit langjähriger Expertise wie LYSEL haben zu den unterschiedlichen baulichen Gegebenheiten Lösungen entwickelt. Neben den typischen Balkontüchern für das Geländer sind Seilspannmarkisen oder Sonnensegel Varianten, die für spezielle Anwendungen eingesetzt werden können.

Experten-Tipps zur Materialwahl

Unser Experte, der Hersteller LYSEL, weist darauf hin, worauf es bei der Materialwahl für den Außenbereich wirklich ankommt. Ein guter Sicht- und Windschutz sollte nicht nur optisch ansprechend, sondern vor allem funktional sein:

  1. Luftdurchlässigkeit: Ein kompletter Hermetischer Abschluss ist oft kontraproduktiv, da er bei starkem Wind wie ein Segel wirkt und enorme Kräfte auf die Verankerung ausübt. Materialien, die den Wind „brechen“, statt ihn komplett zu blockieren (z. B. spezielle Gewebe), sorgen für eine angenehmere Luftzirkulation ohne Hitzestau.
  2. UV-Beständigkeit: Gerade auf Süd- und Westbalkonen ist die UV-Belastung enorm. Minderwertige Kunststoffe werden schnell spröde und bleichen aus. Hochwertige technische Gewebe halten der Witterung jahrelang stand.
  3. Montage: Besonders für Mieter ist wichtig, dass Lösungen oft ohne Bohren angebracht werden können (z. B. mittels Kabelbindern an Ösen oder Klemmvorrichtungen), um die Bausubstanz nicht zu beschädigen.
Sonnenschutz für den Balkon

Entscheidend ist die Stoffqualität: Hochwertige Materialien sind langlebig und lassen sich gut reinigen. Bei einem Sicht- und Windschutz aus Markisenstoff finden Sie bei zertifizierten LYSEL Fachhändlern zudem eine große Farb- und Musterpalette. Hier lassen sich Farben und Materialien oft passend zur Fassade oder zur eigenen Outdoor-Möblierung wählen.

Grüne Wände: Pflanzen als Wind- und Sichtschutz

Auch ein „lebender“ Sichtschutz ist eine schöne Lösung. Pflanzen wirken weniger abweisend als eine bloße Wand und filtern zusätzlich Feinstaub und Lärm.

Gräser und Bambus

Hochwachsende Gräser sind die idealen Windfänger. Sie sind flexibel und legen sich in den Wind, ohne zu brechen. Das sanfte Rauschen von Chinaschilf (Miscanthus) erzeugt zudem eine beruhigende Atmosphäre.

Tipp: Verwenden Sie für den Balkon horstbildende Bambus-Arten wie Fargesia, die keine Wurzelausläufer bilden und somit keine Rhizomsperre im Kübel benötigen.

Kletterpflanzen

Rankgitter nehmen kaum Stellfläche weg, bieten aber begrünt einen hervorragenden Sichtschutz. Achten Sie bei der Auswahl auf Kletterpflanzen speziell für den Balkon.

  • Einjährige (Schnellbegrüner): Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne oder Kapuzinerkresse wachsen rasend schnell und sorgen in einem Sommer für Dichte.
  • Mehrjährige: Waldrebe (Clematis), Geißblatt (Lonicera) oder Wilder Wein (Parthenocissus) sind dauerhafte Lösungen. Achten Sie auf ausreichend große Pflanzgefäße mit Winterschutz
Clematis geht ein

Robuste Gehölze

Für windige Ecken eignen sich Pflanzen mit festem, kleinem Laub oder Nadeln, da diese weniger Angriffsfläche bieten und weniger Wasser verdunsten.

Empfehlungen: Portugiesischer Kirschlorbeer, Ölweide (Elaeagnus) oder Säulen-Eibe. Auch mediterrane Kräuter wie Rosmarin können, wenn sie älter und verholzt sind, als niedrige Windbarriere dienen.

Rechtliche Aspekte: Was ist erlaubt?

Bevor Sie große Installationen planen, lohnt sich ein Blick in den Mietvertrag, die Hausordnung. Alternativ können Sie sich im Internet über die allgemeine Rechtslage zum Thema Sicht- und Sonnenschutz auf dem Balkon informieren.

  • Sichtschutz am Geländer: Ist in der Regel erlaubt, solange er optisch nicht das Gesamtbild der Fassade stört. Er sollte nicht über das Geländer hinausragen.
  • Pflanzen: Sind grundsätzlich erlaubt. Achten Sie jedoch darauf, dass Blumenkästen an der Außenseite des Geländers gegen Herabfallen gesichert sind. Kletterpflanzen dürfen das Mauerwerk nicht beschädigen.
  • Bohren: Für Markisen oder fest verankerte Seitenzüge ist in Mietwohnungen fast immer die Zustimmung des Vermieters nötig.

Der perfekte Wohlfühlbalkon entsteht oft aus einer Kombination: Ein technischer Grundschutz (z. B. eine Markise und eine Balkonumrandung) sorgt für die Basis-Privatsphäre, während geschickt platzierte Kübelpflanzen für Lebendigkeit sorgen und den Wind sanft filtern. So schaffen Sie einen Raum, in dem sich Mensch und Pflanze gleichermaßen geborgen fühlen.

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