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Angefressene Blätter: wer war es und was tun?

Angefressene Blätter: wer war es und was tun?

Angefressene Blätter sehen zum einen nicht nur unschön aus, sie können auch auf Schädlinge hindeuten, die gefährlich für Ihre Pflanzen sein können. Schnelles Handeln ist also gefragt, um die Ursachen zu identifizieren und entsprechend zu reagieren.

Blattwanzen

Blattwanze an einer Pflanze

Vor allem für junge Pflanzen im Garten können Wanzen gefährlich werden. Dazu gehören z.B. Erdbeeren, Kartoffeln, Kohl oder Bohnen. Aber auch Zierpflanzen sind vor den gefräßigen Tierchen nicht sicher. Besonders Rosen und Hibiskus stehen auf der Speisekarte.

typisches Schadbild:

  • unregelmäßige und große Löcher in den Blättern
  • gelblich verfärbte Einstichstellen
  • völlig zerfallene Blätter bei starkem Befall
  • Missbildungen an Früchten möglich

Vorbeugende Maßnahmen

Mit einigen Tipps lässt sich ein Befall vermeiden:

  • im Frühjahr öfters kontrollieren und die Tiere absammeln
  • regelmäßig wässern und mulchen
  • Unkraut entfernen
  • natürliche Fressfeinde fördern bspw. durch eine Vogeltränke oder einen passenden Unterschlupf für Vögel

Hinweis:

Wanzen lieben trockenes und warmes Wetter. Gerade in dieser Zeit ist es am besten, wenn Sie noch einmal einen Blick auf Ihre Pflanzen werfen.

Bekämpfung von Blattwanzen

Auch bei noch so gründlicher Vorbeugung kann es natürlich passieren, dass die Wanzen trotzdem Ihre Pflanzen befallen. In diesem Fall haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Pflanze gründlich mit Wasser abspritzen
  • Pflanze anschließend mit einem Fliegennetz abdecken
  • Schmierseifenlauge herstellen und die Pflanze damit besprühen

Hinweis:

Wenn alles nichts hilft, kann man immer noch auf chemische Mittel zurückgreifen. Dies sollte jedoch nur der letzte Ausweg sein, um eine Gefährdung anderer Nützlinge zu vermeiden.

Erdflöhe

Erdfloh
Kartoffelerdfloh | Quelle: gailhampshire from Cradley, Malvern, U.K, Chrysomelidae Psylliodes affinis, the Potato Flea Beetle (35816077376), bearbeitet von Hortica, CC BY 2.0

Die zur Familie der Blattkäfer gehörenden Erdflöhe, bei denen es sich eigentlich nicht um Flöhe, sondern um Käfer handelt, bevorzugen vor allem junge Pflanzen. Zwei verschiedene Erdflöhe können in Ihrem Garten auftreten. Einerseits der Kartoffelerdfloh und andererseits der Rapserdfloh.

KartoffelerdflohRapserdfloh
befällt Nachtschattengewächse wie Kartoffeln und Tomatenbefällt Kreuzblüter wie Rucola, Rettich und Kohlarten
dunkelbraun mit gelben Streifenblauschwarzer/dunkelgrüner Panzer

Die kleinen Käfer erscheinen im Frühjahr und legen ihre Eier an Wurzeln und Blättern ab. Die Larven richten nur geringen Schaden an und bleiben zunächst unbemerkt, doch zwischen Juni und August fressen sich die geschlüpften Käfer durch das Blattgewebe.

typisches Schadbild:

  • winzige runde Löcher
  • Fensterfraß (obere und untere Blatthaut bleibt noch bestehen)
  • Blätter verfärben sich bräunlich und reißen ein

Hinweis:

Kritischer wird es, wenn die Erdflöhe im Gewächshaus schon im Frühjahr an den Pflanzen knabbern. Vor allem junge Pflanzen überleben meist nicht.

Vorbeugende Maßnahmen

Mit ein paar einfachen Handgriffen können Sie den Erdflöhen vorbeugen:

  • regelmäßiges Gießen
  • Boden mithilfe einer Mulchschicht abdecken
  • Boden regelmäßig auflockern
  • Mischkultur ist das A und O – Pflanzen Sie Zwiebeln, Knoblauch oder Spinat

Natürliche Bekämpfungsmaßnahmen

Es muss nicht immer der Einsatz von chemischen Pestiziden im Garten sein, wenn es auch natürliche Methoden gibt.

Pflanzenjaucheaus Wermut oder Rainfarn eine Jauche herstellen und diese in regelmäßigen Abständen ausbringen
BestäubungsmittelGefährdete Pflanzen mit Algenkalk oder Gesteinsmehl bestäuben
Leimstreifen Leimstreifen zwischen den Pflanzen auslegen; die Erdflöhe bleiben daran kleben
Fressfeinde fördern Igel einen Lebensraum bieten in Form von Igelhäusern, Wasser und Futterstellen aufstellen oder auf Gift im Garten verzichten

Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler (Otiorhynchus)

Dickmaulrüssler gehören zu den hartnäckigsten Schädlingen, die im Garten auftreten können. Die Tiere sind nicht nur nachtaktiv, die eigentliche Gefahr geht von den Larven aus. Diese fressen nämlich an den Wurzeln Ihrer Pflanzen.

Dickmaulrüssler sind nicht wählerisch. Sie fressen gerne die dickeren Blätter von Kirschlorbeer, Buchsbaum oder Rhododendron. Aber auch verschiedene Kübelpflanzen oder Stauden stehen auf ihrem Speiseplan.

typisches Schadbild:

  • Buchtenfraß
  • Einkerbungen an den Blatträndern

Hinweis:

Es ist nicht nur der Garten, in dem die Käfer auftreten. Sie können auch auf Balkonen und Terrassen auftreten.

Vorbeugende Maßnahmen

Die Möglichkeiten zur Vorbeugung gegen diese Käfer sind zwar begrenzt, aber es gibt eine Reihe von Dingen, die man tun kann.

  • beim Kauf neuer Pflanzen auf das typische Schadbild an Blättern achten
  • natürliche Feinde, Igel und Eidechsen, in Ihrem Garten fördern
  • regelmäßige Kontrolle der Blätter
  • Fallen aufstellen

Dickmaulrüssler-Falle:

Als Dickmaulrüsslerfalle kann man ein feuchtes Brett unter die vermutete befallene Pflanze legen (am besten mit Rillen). Tagsüber lassen sich die Käfer dann leicht absammeln.

Dickmaulrüssler bekämpfen

NeemölDie Pflanze mit einer selbst gemischten oder gekauften Mischung großzügig besprühen; wirkt nur gegen die Käfer, nicht gegen die Larven.
NematodenZugabe der Nematoden zum Gießwasser, die Erde sollte vor dem Gießen schon etwas feucht sein.

Kartoffelkäfer

Kartoffelkäfer

Ein weiterer Schädling, der oft mit dem Kartoffelerdfloh verwechselt wird, ist der Kartoffelkäfer. Auch dieser befällt besonders Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika und Kartoffeln.

Aussehen:

  • 7 bis 15 Millimeter lang
  • schwarz-gelb gestreifter Panzer
  • Männchen und Weibchen sehen gleich aus

Schadbild:

Die Kartoffelkäfer sind an sich schon sehr gut zu erkennen, doch auch das Schadbild lässt sich schnell auf die Tiere zurückführen.

  • Rand- und Lochfraß
  • vollständige Skelettierung der Blätter

Vorbeugende Maßnahmen:

Es gibt einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, das es erst gar nicht zu einem Befall kommt und Ihnen die Ernte erhalten bleibt.

Kontrolle der Blätterab Mai regelmäßig kontrollieren und Eigelege entfernen und entsorgen
Gartenbeetegerade gefährdeten Pflanzen mit Vlies oder Netzen abdecken
natürliche FeindeKröten lieben die Käfer und sollten im Garten ein Zuhause bekommen
Unkraut regelmäßig an gefährdeten Pflanzen entfernen
LeinLein in der näheren Umgebung anpflanzen

Kartoffelkäfer bekämpfen:

Haben Sie doch einen Befall festgestellt ist schnelles Handeln gefragt, denn die Tiere vermehren sich sehr schnell. Bevor Sie zur Chemie greifen, gibt es auch hier einige biologische Methoden.

Absammelnsammeln Sie in regelmäßigen Abständen Käfer, Larven und Eier ab
Kaffeesatzstreuen Sie aller 3-4 Wochen getrockneten Kaffeesatz auf die Käfer und Larven sowie auf die gesamte Pflanze
Gesteinsmehlbestreuen Sie die Larven damit deren Aktivität eingeschränkt wird und Sie zudem Ihre Pflanze stärken
Minz-Brühekochen Sie für 30 Minuten eine reichliche Menge Minze auf; lassen Sie den Sud etwas abkühlen und filtern ihn; mehrmaliges Ausbringen auf die befallene Pflanze
Meerrettich Jaucheein Kilogramm frischen oder ca. 200 Gramm getrockneten Meerrettich auf 10 Liter kaltes Wasser geben und an einem warmen Ort im Garten aufstellen; nach einigen Tagen auf die betroffenen Pflanzen anwenden; mehrmals wiederholen

Nager

Wühlmauslöcher im Garten

Mäuse sind im Garten keine Seltenheit. Sie wühlen im Kompost nach Nahrung und suchen oft auch Unterschlupf im Gartenhäuschen oder Schuppen. Gefährlich für die Beete sind aber vor allem die Wühlmaus und ihr Vertreter, die Feldmaus. Feldmäuse lieben die saftigen Knollen, Wurzeln und Zwiebeln Ihrer Pflanzen. Hier ist schnelles Handeln gefragt, um große Schäden zu vermeiden.

Vorbeugende Maßnahmen

Hunde- und Katzenbesitzer werden wahrscheinlich keine Probleme mit Mäusen in ihrem Garten haben. Aber auch andere Tiere jagen Mäuse, so dass auch hier ein naturnaher Garten von Vorteil ist. Natürliche Feinde sind z.B: Marder, Füchse, Eulen und Greifvögel.

Weitere Möglichkeiten:

  • machen Sie es den Nagern schwer, eine Bleibe zu finden
  • sichern Sie Ihren Kompost mit einem Drahtgitter an allen Seiten
  • pflanzen Sie Knollen und Zwiebeln in ein Drahtkorb

Achtung:

Es muss nicht immer eine Wühlmaus am Werk sein, wenn Sie Wühlspuren entdecken. Auch der Maulwurf oder die Spitzmaus können dafür verantwortlich sein. Sie stehen unter Naturschutz und dürfen auf keinen Fall bekämpft werden.

Mäuse vertreiben

Der Geruchssinn von Mäusen ist sehr empfindlich, was man sich zunutze machen kann. Im Handel sind verschiedene Mittel erhältlich, die eine abschreckende Wirkung auf die Tiere haben. Es müssen aber nicht immer teure Produkte sein, auch einige Hausmittel haben diese Wirkung.

  • Pflanzenjauchen bspw. aus Holunderblättern, Thujazweigen oder klassisch der Brennnessel
  • Knoblauch
  • Pfefferminzöl oder Eukalyptusöl

Hinweis:

Eine Langzeitwirkung kann mit diesen Methoden jedoch nicht erzielt werden. Mäuse gewöhnen sich an schlechte Gerüche.

Auch das Gehör der Mäuse ist sehr empfindlich und kann ebenso wie der Geruchssinn zur Vertreibung genutzt werden. Im Handel sind spezielle Ultraschallgeräte erhältlich, die einfach in den Boden gesteckt werden.

Raupen

Kohlweißling (Pieris brassicae)

Gelegentlich kann man die Übeltäter an angefressenen Blättern ertappen. Sie fressen gerne junge Blätter und Triebspitzen verschiedener Gehölze. Im schlimmsten Fall kommt es zum Kahlfraß. Ein bekannter Vertreter ist der Kohlweißling (Pieris brassicae).

Was können Sie tun?

Starke Eingriffe sind in der Regel nicht notwendig und sollten möglichst vermieden werden. Die Tiere einfach absammeln und an anderer Stelle wieder aussetzen. Sonst können Sie auch Knoblauch einsetzen, dieser soll eine abschreckende Wirkung haben. Die Raupen stehen aber auch auf dem Speiseplan verschiedener Vögel.

Schnecken

Nacktschnecke

Ein wahrer Schrecken im Garten sind die allseits bekannten Nacktschnecken. Nicht selten werden ganze Kulturen über Nacht vernichtet. Hier ist schnelles und regelmäßiges Handeln gefragt.

Hinweis:

Nicht alle Schnecken, die sich im Garten tummeln, richten großen Schaden an. Die Weinbergschnecke ernährt sich von den Eiern der Nacktschnecke und sollte daher mit offenen Armen empfangen werden.

Schnecken beseitigen

Es gibt eine Reihe von grausamen Methoden zur Bekämpfung der Schnecken. Wir möchten Ihnen jedoch einige tierfreundliche Alternativen vorstellen:

  • Schnecken einsammeln und an anderer Stelle wieder aussetzen
  • Barrieren aus Tannennadeln, Nuss- oder Eierschalen um die Beete legen
  • den Boden um gefährdete Pflanzen trocken halten – lieber morgens als abends gießen
  • natürliche Feinde wie Kröten oder Blindschleichen fördern
  • Schneckenzäune aufstellen
  • einige Pflanzen können eine abschreckende Wirkung haben, z.B: Kamille und Bohnenkraut
  • getrockneten Kaffeesatz um die Pflanzen streuen

Tipp:

Mit Pflanzenabfällen und großen Blättern, z. B. von Rhabarber, können Schnecken in eine Art Falle gelockt werden, in der sie sich sammeln und so leichter eingesammelt werden können.

Vögel

Obwohl Vögel vor allem Schädlinge fressen, machen sie auch vor den Pflanzen in Ihrem Garten nicht halt. Sie können verschiedene Früchte anknabbern oder Blattschäden an jungen Gemüsepflanzen verursachen. Besonders interessant ist auch die Zeit, in der Sie Ihre Gemüsesamen im Garten aussäen. Auch diese werden von den Vögeln gerne gefressen.

Schäden vorbeugen

  • schützen Sie Pflanzen mit Vogelschutznetzen
  • Vogelscheuchen im Garten aufstellen (lassen sich gut mit Kindern zusammen basteln)
  • flatternde, glitzernde und Geräusche abgebenden Materialien aufstellen

Wildtiere

Wildtiere wie Rehe oder Kaninchen können sich schnell in Ihren Garten verirren und dort erheblichen Schaden anrichten. Gerade im Gemüsegarten toben sie sich aus aber auch Baumrinden und verschiedene Zierpflanzen sind nicht sicher vor ihnen.

Vorbeugende Maßnahmen

Kalkanstrich im Garten an Bäumen

Auch hier gibt es einige Möglichkeiten, um Wildverbiss vorzubeugen.

Ein Hoher Zaun oder eine Hecke

Die einfachste Methode, die Tiere von Ihrem Garten fernzuhalten ist es, einen hohen Zaun aufzustellen oder eine Hecke zu pflanzen. Diese sollten mindestens 150 cm hoch sein. Gerade eine Hecke bringt auch einen natürlichen Lebensraum für viele andere Tiere mit sich. Jedoch müssen Sie diese, bis sie auf die gewünschte Höhe gewachsen ist, auch einige Jahre schützen.

Bäume schützen

  • Stammschoner anbringen
  • weißen Kalkanstrich vornehmen

Weitere Möglichkeiten

  • Gemüsepflanzen mit Steinmehl bestreuen
  • Zweige von Apfelbäumen auslegen

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